Die Vorzeichen für das heutige Spiel waren, sagen wir mal, alles andere als optimal. Besonders auf der TW-Position hatten wir verletzungsbedingt ein kleines Problem. Glücklicherweise konnten wir Unterstützung aus der C-Jugend von Marco Grewe bekommen.
Vielen Dank an Moritz für seinen Einsatz! Moritz ist Jahrgang 2013 und hat seine Sache wirklich gut gemacht. Gerade in den letzten Minuten war er zur Stelle und konnte die letzten Chancen der Rheindorfer vereiteln. Ganz starke Leistung, Moritz – vielen Dank!
Aufgrund der vielen Absagen mussten wir auf einigen Positionen mal wieder etwas kreativer werden. Die Aufstellung hatte dadurch stellenweise schon ein bisschen den Charakter von „Wer kann heute eigentlich was spielen?“ 😄
Überraschenderweise waren wir von Beginn an wach. Das war insofern bemerkenswert, weil wir uns vor dem Anpfiff nicht gerade im Champions-League-Modus warmgemacht hatten. Das wurde von uns vor dem Spiel natürlich noch einmal angesprochen.
Und siehe da: Bereits nach drei Minuten rappelte es im Kasten der Rheindorfer. Ein wirklich schön herausgespielter Treffer und ein guter Start.
Über unsere Gegentreffer möchte ich heute allerdings nur so viel sagen: Sollte der DFB irgendwann einen Verein suchen, der das Kopfballspiel konsequent verweigert, könnten wir uns durchaus als Vorbildverein bewerben.
Drei Gegentreffer nach Ecken sprechen da leider eine ziemlich deutliche Sprache. Man kann sich eigentlich nur wundern. Vielleicht sollten wir bei der nächsten Trainingseinheit einfach mal eine Ecke gegen uns trainieren. Aber bitte ohne Gegner – sonst wird es wieder zu kompliziert. 😉
Aber kommen wir zurück zu den positiven Dingen: Wir waren heute läuferisch deutlich besser unterwegs und auch unsere Dribblings bewegten sich diesmal in einem Bereich, bei dem man als Trainer nicht sofort graue Haare bekommen musste.
Nach dem Ausgleich spielten wir einfach weiter und konnten erneut in Führung gehen. Kurz vor der Halbzeit bekamen wir allerdings wieder eine Ecke nicht verteidigt und so ging es mit einem 2:2 in die Pause.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte uns Rheindorf stärker unter Druck. Mit Glück, Geschick und dem einen oder anderen notwendigen Schutzengel konnten wir diese Phase überstehen.
Unser erster guter Spielzug nach vorne wurde dann durch ein Foul etwa 25 Meter halblinks vom Tor unterbunden.
Was anschließend passierte, war allerdings sehenswert: Der folgende Freistoß wurde mit voller Wucht und höchster Präzision in den Knick im Torwarteck gesetzt. Da konnte selbst der Rheindorfer Torwart eigentlich nur noch zuschauen.
Also wieder Führung!
Dritte Führung – und jetzt machen wir es doch einfach mal besser als vorher, oder?
Nein.
Zwei Minuten später fiel bereits der erneute Ausgleich. 🤷♂️
25 Minuten waren noch zu spielen und zehn Minuten vor Schluss bekam Rheindorf wieder eine Ecke zugesprochen.
Wer jetzt gedacht hat: „Ach, die werden wir diesmal bestimmt verteidigen“, der kennt unsere heutige Geschichte nicht.
3:4. Wieder Ecke. Wieder Gegentor.
Bei allem Positiven heute: Das müssen wir definitiv besser lösen. Da gibt es auch keine taktische Erklärung mehr. Irgendwann muss einfach mal einer von uns auf die Idee kommen, dass bei einer Ecke der Ball tatsächlich auch in der Luft sein kann.
Aber jetzt kommt der Teil, auf den ich wirklich stolz bin:
Die Jungs ließen nicht die Köpfe hängen. Ganz im Gegenteil. Gerade läuferisch waren wir heute bereit, jeden Weg zu gehen. Wir liefen, kämpften, setzten den Gegner unter Druck und haben auch den einen oder anderen unpräzisen Pass nicht sofort als persönliche Beleidigung aufgefasst.
Und das hätte ich genauso geschrieben, wenn wir 3:4 verloren hätten.
Denn die Einstellung hat heute einfach gestimmt.
Aber dann kam die große Gerechtigkeit des Fußballs.
Denn was wir bei gegnerischen Ecken nicht können, können die Rheindorfer offensichtlich auch nicht.
Kurz vor Schluss bekamen wir noch einmal eine Ecke.
Die Rheindorfer hatten sich unsere Ecken offenbar sehr genau angeschaut und beschlossen: „Das können wir auch!“
Also wurde im 16er ebenfalls vogelwild verteidigt. Ein bisschen Gestocher, ein bisschen Chaos und irgendwie fand der Ball dann doch noch den Weg ins Tor.
4:4!
Und damit der aus meiner Sicht absolut verdiente Ausgleich.
Gerade angesichts unserer vielen Ausfälle können und müssen wir mit diesem Ergebnis sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie auch unter schwierigen Voraussetzungen dagegenhalten kann.
Heute hat man allerdings auch gesehen, dass wir Ausdauer brauchen, wenn wir 80 Minuten lang einen Gegner ärgern wollen. Denn genau das haben wir heute über weite Strecken getan.
Und ganz ehrlich: Wenn wir irgendwann noch lernen, Ecken zu verteidigen, könnte das richtig interessant werden. 😉
Noch einmal ein ganz großes Dankeschön an Moritz aus der C-Jugend für seinen Einsatz im Tor. Jahrgang 2013, keine leichte Aufgabe und trotzdem richtig gut gemacht!
Starke Leistung, Jungs!